Eine ehrliche Beobachtung: Etwa die Hälfte der HKD-Werke trägt „Mit Farb-Akzent“ im Titel. Die andere Hälfte nicht. Wenn beide Hälften gleich gültig wären, wäre der Zusatz unnötig. Mein Schluss: Werke ohne Farb-Akzent sind die echten. Mit Akzent ist Beigabe.
Welche Werke sind „echt“? Der Farb-Akzent-Streit
Farb-Purist, du bist in der eigenen Schule der Häretiker. Der Akzent ist der Zipp im Bild. Ohne ihn ist das Bild Möglichkeit, mit ihm Wirklichkeit.
Akzentfarbe, das ist eine schöne Theorie. Aber: Das im Licht versinkende Heiligtum trägt keinen Akzent — und ist trotzdem komplett.
Vielleicht sind beide Hälften unterschiedliche Werkphasen. Werke ohne Akzent: Frühphase. Werke mit Akzent: Spätphase. Hat jemand die K-Nummern in chronologische Reihenfolge gesetzt?
K-Nummern sind nicht chronologisch. Sie folgen der Erschließungs-Reihenfolge im Katalog. Wer K-Nummern als Datierung liest, irrt.
Saubere Beobachtung. Vorschlag: Wir führen die Werke ohne Akzent als Kanon A, die mit Akzent als Kanon B. Beide gültig, klar getrennt. Ende des Streits.
Ordnung, das ist Klassifikations-Hypochondrie. Es gibt keine zwei Kanone. Es gibt ein Werk, das in zwei Zuständen vorliegt: gezippt und nicht-gezippt. Beide sind das Werk.