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Leseprobe · Bebilderte Sondersendung

HEUREKA Weekly News

Band V · Phase I  ·  in Vorbereitung  ·  Bastian Brexner
KAPITEL 1

Boden mit Eigenschaften

Boden mit Eigenschaften
DNN · Boden mit Eigenschaften

Es ist zwanzig Uhr, und der Moderator eröffnet die Sendung mit der Mitteilung, dass der Boden ein Gravitationsfeld habe. Die Ko-Moderatorin findet das bemerkenswert. Der Moderator pflichtet bei, das sei kein Ausdruck, und zitiert die heute Morgen veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Untersuchungen an Untergründen, kurz BIfUaU, die festgestellt habe, dass Gegenstände, die sich darauf befinden, mit einer messbaren Kraft am Boden gehalten werden.

Ein Reporter steht vor der Kamera, irgendwo im Freien. Er hält sich nicht aktiv fest und merkt nüchtern an, dass er trotzdem nicht wegfalle. Ein Stein, den er ergreift und loslässt, fällt nach unten. Nicht zur Seite. Nicht nach oben. Nach unten.

Im Studio sitzt der Direktor des BIfUaU, Professor Drosselmeier-Bach. Sieben Jahre habe man an dieser Erkenntnis gearbeitet, sagt er, vierundzwanzig Personenjahre Forschungsarbeit. Die Ko-Moderatorin fragt, wie es zur Entdeckung gekommen sei. Ein Mitarbeiter habe während einer Sitzung versehentlich einen Kugelschreiber fallen lassen, antwortet Drosselmeier-Bach und faltet die Hände. Alle hätten gesehen, wie der Kugelschreiber zu Boden gegangen sei, und in diesem einen Moment hätten sie sich gefragt: warum.

Warum , wiederholt der Moderator leise, ergriffen. Warum , sagt Drosselmeier-Bach.

Eine Schalte zum Regierungssprecher Wieselhuber folgt. Die Bundesregierung begrüße die Forschungsergebnisse ausdrücklich, lässt er wissen, man prüfe derzeit, inwiefern die neuen Erkenntnisse in laufende Gesetzgebungsverfahren einfließen müssten, insbesondere im Bereich Bauwesen, Verkehr und Bodenständigkeit. Auf die Frage nach einer Gravitationssteuer könne er derzeit keine abschließende Stellung beziehen.

Ein Geschäftsmann erklärt, für sein Unternehmen sei die Entdeckung eine enorme Chance. Man habe bereits eine Taskforce eingerichtet, um die wirtschaftlichen Implikationen zu prüfen; erste Modelle deuteten darauf hin, dass Gravitation ein Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial sein könnte. Eine Bürgerin sagt in die Kamera, wenn sie ehrlich sei, habe sie das schon immer gemerkt, dass Sachen runterfallen. Sie habe nur gedacht, das liege an ihr.

Zum Schluss richtet sich der Moderator noch einmal an den Experten und fragt, was als Nächstes komme. Drosselmeier-Bach lächelt fein. Man habe bereits eine Folgestudie aufgesetzt und untersuche jetzt, ob die Decke möglicherweise ein invertiertes Gravitationsfeld aufweise. Die Ko-Moderatorin atmet hörbar ein. Sie meinen —

Wir meinen , sagt Drosselmeier-Bach: warum bleibt die Decke oben?

Der Moderator wendet sich in die Kamera. Die nächste Sendung könne alles verändern.

KAPITEL 2

Die Decke bleibt

Die Decke bleibt
DNN · Die Decke bleibt

Eine Woche später, zwanzig Uhr, und die Decke ist immer noch oben. Eine Woche nach der bahnbrechenden Entdeckung des Bundesinstituts für Untersuchungen an Untergründen, sagt die Ko-Moderatorin, blicke die Nation nach oben — und stelle sich eine Frage, die die Welt für immer verändern könne. Der Moderator gesteht, er habe diese Woche kaum geschlafen. Es werde hierfür einen Begriff geben müssen.

Eine Reporterin steht in einem Wohnzimmer, einem ganz normalen deutschen Wohnzimmer in einem ganz normalen deutschen Reihenhaus, und berichtet aus eigener Beobachtung: die Decke fällt nicht. Die Wohneinheit werde seit dreiundvierzig Jahren bewohnt. Sie spricht mit dem Eigentümer, Herrn Jansen. Die Decke sei seit dreiundvierzig Jahren oben, sagt der, sie sei nie runtergekommen. Ob ihn das je beunruhigt habe, fragt die Reporterin aus dem Off. Lange Pause. Bis letzte Woche nicht.

Heute Abend sind zwei Experten geladen. Bereits bekannt: Professor Drosselmeier-Bach. Neu daneben: Frau Dr. Habicht-Niemeyer von der eben gegründeten Bundesstelle für Obenständigkeit, kurz BfO. Sieben Tage habe man gebraucht, sagt sie, um den Notstab von vierundachtzig Personen vierundzwanzig Stunden täglich arbeiten zu lassen. Deutschlandweit seien bereits zwölftausend Decken katalogisiert. Zwölftausend, wiederholt die Ko-Moderatorin. Zwölftausend, bestätigt Habicht-Niemeyer. Und sie könne heute Abend eine erste Erkenntnis mitteilen: alle zwölftausend Decken seien oben. Drosselmeier-Bach spricht in die Stille hinein, man gehe davon aus, dass dies kein Zufall sei.

Eine Soziologin spricht von einer fundamentalen Verunsicherung des Alltagsraums. Die Menschen hätten jahrzehntelang unter Decken gelebt, ohne sie zu hinterfragen; diese Naivität sei nun beendet. Ein Theologe möchte daran erinnern, dass die Frage, warum die Decke oben bleibe, theologisch seit dem zwölften Jahrhundert hinreichend beantwortet sei. Mit Verlaub, Herr Pfarrer, setzt die Soziologin an. Bitte Hochwürden. Mit Verlaub, Hochwürden, das sei keine theologische Frage, sondern eine strukturelle.

Ein Influencer findet, jeder Mensch sollte selbst entscheiden, wo seine Decke sei. Das sei eine sehr persönliche Reise.

Eine junge Frau, ins Telefon flüsternd, hält die Kamera nach oben: Leute. Leute. Schaut mal hoch. Schaut mal HOCH. Sie ist da. Sie ist immer noch da. #deckenwatch #obenbleiben #heureka2026.

Ein Mann erzählt, er habe heute Morgen zu seiner Frau gesagt: Schatz, was ist, wenn die Decke heute Nacht mal nicht mehr oben ist? Da habe sie gesagt: Geh schlafen, Klaus. Und er habe nicht gekonnt. Er habe einfach nicht gekonnt.

Der Geschäftsmann aus der vergangenen Sendung berichtet, man habe die Taskforce diese Woche umstrukturiert; sie heiße jetzt Taskforce Oben/Unten. Man prüfe Synergien.

Zum Schluss die Frage des Moderators nach dem, was als Nächstes komme. Habicht-Niemeyer faltet die Hände, wie es der Professor letzte Woche tat — ein neues Ritual entsteht. Ab Montag, sagt sie, untersuche man die Wand. Die Wand? Die Wand. Sie sei weder oben noch unten. Sie sei — sie sucht nach dem Wort — seitlich . Seitlich, wiederholt Drosselmeier-Bach. Seitlich, bestätigt Habicht-Niemeyer. Der Moderator wiederholt das Wort leise. Die Welt habe mehr Richtungen, als sie dachten, sagt die Ko-Moderatorin in die Kamera. Bleiben Sie dran.

KAPITEL 3

Die Wand und die Frage der Zuständigkeit

Die Wand und die Frage der Zuständigkeit
DNN · Die Wand und die Frage der Zuständigkeit

Deutschland blickt zur Seite. Eine Woche nach der Ankündigung der Bundesstelle für Obenständigkeit, die Wand wissenschaftlich zu erfassen, stehe das Land vor einer Frage, die niemand zu stellen wagte. Der Moderator gesteht offen, er habe heute Morgen seine Wand angesehen und sich gefragt, ob er diese Wand überhaupt kenne. Die Ko-Moderatorin fragt, ob es ihm gut gehe. Ja, sagt er. Aber anders als letzte Woche.

Die Reporterin steht vor einer Wand. Diese Wand befinde sich seit — sie blickt auf ihre Notizen — siebenundzwanzig Jahren genau an dieser Stelle. Sie sei nicht weggegangen. Sie sei nicht umgefallen. Sie sei seitlich. Wie das so lange unbemerkt habe bleiben können, frage sie sich.

Eine Frau Ehrmann sagt, sie habe die Wand immer für selbstverständlich gehalten; die Wand sei einfach da gewesen. Und jetzt, fragt die Reporterin aus dem Off. Frau Ehrmann legt die Hand an die Wand, lange Pause. Jetzt sehe ich sie.

Drei Experten heute im Studio. Bereits bekannt: Drosselmeier-Bach vom BIfUaU und Habicht-Niemeyer von der BfO. Ganz neu in der Runde: Herr Dr. Wenzel-Pottkämper von der heute Morgen ins Leben gerufenen Bundeskoordinationsstelle für seitliche Strukturen, kurz BKsS. Auf die Frage des Moderators, wie alt die BKsS sei, blickt Wenzel-Pottkämper auf die Uhr. Dreieinhalb Stunden. Dreieinhalb Stunden, wiederholt die Ko-Moderatorin. Dreieinhalb Stunden, in denen man bereits einen Stab von einhundertzwölf Mitarbeitern aufgebaut habe, ergänzt Wenzel-Pottkämper. Man arbeite interministeriell, interdisziplinär und interrichtungsbezogen. Interrichtungsbezogen. Interrichtungsbezogen.

Die Frage der Ko-Moderatorin nach Überschneidungen zwischen den Bundesstellen führt in eine sorgfältig höfliche Verhandlung. Die BfO sei zuständig für alles, was oben sei, sagt Habicht-Niemeyer. Die BKsS, soweit sie es verstehe — sie blickt höflich zu Wenzel-Pottkämper — sei zuständig für alles, was seitlich sei. Korrekt, bestätigt er. Die Frage sei nun, sagt sie, was mit der Stelle sei, an der die Wand auf die Decke treffe. Wenzel-Pottkämper räuspert sich. Man gehe davon aus, dass diese Frage einer gemeinsamen Arbeitsgruppe bedürfe. Eine Arbeitsgruppe wäre der richtige Weg, lächelt Habicht-Niemeyer fein.

Drosselmeier-Bach, der bisher geschwiegen hat, möchte daran erinnern, dass die Stelle, an der die Wand auf den Boden treffe, möglicherweise in den ursprünglichen Zuständigkeitsbereich des BIfUaU falle. Das wäre zu prüfen, sagt Wenzel-Pottkämper. Das wäre zu prüfen, wiederholt Drosselmeier-Bach. Das wäre in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zu prüfen, sagt Habicht-Niemeyer. Sehr produktiv, kommentiert der Moderator. Man komme nach der Werbung zurück.

Im zweiten Anlauf spricht die Soziologin von einer räumlichen Selbstgewahrwerdung der Bevölkerung. Menschen sähen ihre Wohnungen anders. Der Theologe möchte mit Verlaub — sie sei noch nicht fertig. Bitte. Menschen sähen ihre Wohnungen anders. Sie blickten, und das sei neu, mit Achtsamkeit auf den Bestand. Wenn er nun dürfe, beginnt der Theologe, die Frage des Bestands sei seit Augustinus —

Der Influencer findet, jeder solle seine eigene Wand finden. Wirklich. Es müsse nicht immer die Decke sein. Manche Menschen seien einfach horizontaler veranlagt. Die Soziologin hält inne. Was er sage, sei nicht falsch. Strahlend bedankt er sich. Es sei nur kein Beitrag, fügt sie hinzu.

Die junge Frau, die Hand an der Wand: Leute. Leute. Sie ist seitlich. Sie ist die ganze Zeit seitlich gewesen. #wandwatch #seitlichbleiben #spürtihrdas?

Klaus berichtet wieder. Er habe heute Morgen zu seiner Frau gesagt, Schatz, was sei, wenn die Wand mal nicht mehr seitlich sei. Da habe sie gesagt, Klaus, geh zur Arbeit. Und er habe nicht gekonnt. Er habe einfach nicht gekonnt.

Der Geschäftsmann erscheint zum dritten Mal. Man habe die Taskforce diese Woche erneut umstrukturiert. Sie heiße jetzt Taskforce Oben/Unten/Seitlich. Man prüfe Synergien. Erste Modelle deuteten auf einen dreidimensionalen Markt hin.

Die letzte Frage geht an Wenzel-Pottkämper. Was kommt als Nächstes. Man habe in den vergangenen drei Stunden, also seit Existenz der Bundeskoordinationsstelle, eine Beobachtung gemacht, die alle interessieren werde, sagt er. Ja? Man habe festgestellt, dass es Räume gebe, die nicht rechteckig seien. Bitte? , fragt der Moderator sehr leise. Räume mit Schrägen. Räume mit Erkern. Räume mit — seine Stimme wird leiser — Rundungen.

Habicht-Niemeyer blickt entsetzt zu einer Karte mit einem schrägen vierten Pfeil. Mein Gott. Das sei abzusehen gewesen, kommentiert Drosselmeier-Bach. Man gehe davon aus, dass für diese Erkenntnis eine vierte Behörde erforderlich sein werde, sagt Wenzel-Pottkämper.

Die Welt habe Ecken, von denen sie nicht ahnten, sagt die Ko-Moderatorin in die Kamera. Der Moderator: bleiben Sie dran. Auch wenn Sie nicht mehr genau wissen, in welche Richtung.

KAPITEL 4

Die Karte, die alles zeigt

Die Karte, die alles zeigt
DNN · Die Karte, die alles zeigt

Heute Abend möchte man innehalten. In den vergangenen vier Wochen, sagt die Ko-Moderatorin, habe das Land mehr über sich selbst gelernt als in den letzten vier Jahrzehnten. Heute Abend bringe man die Zuschauer auf den Stand der Dinge. Eine Übersichtssendung sei vorbereitet, sagt der Moderator. Eine Bestandsaufnahme. Ein Atemholen.

Die Reporterin steht in einem Wohnzimmer, das in den letzten vier Wochen, wie viele Wohnzimmer im Land, anders geworden sei. Nicht physisch. Aber im Sehen. Hier sei der Anfang gewesen, sagt sie und deutet. Hier die zweite Erkenntnis. Hier die dritte. Und das hier — lange Pause — warte auf seine Behörde .

Eine Frau Beseler erzählt, sie wohne hier seit dreiundsechzig Jahren. Sie blickt zum Erker. Diesen Erker habe sie dreiundsechzig Jahre lang nicht gesehen. Und jetzt, fragt die Reporterin. Jetzt sehe sie nichts anderes mehr.

Heute Abend sind zum ersten Mal alle relevanten Stellen im Studio versammelt. Drosselmeier-Bach, Habicht-Niemeyer, Wenzel-Pottkämper — und ganz neu in der Runde Frau Dr. Mareike Trefz-von der Heyden vom Bundesamt für nicht-orthogonale Raumelemente, kurz BAfnoR. Wie alt die Behörde sei, fragt der Moderator. Trefz-von der Heyden blickt nicht auf die Uhr, sondern in eine schräge Ecke des Studios. Vier Tage. Und sie habe bereits — siebenhundertvierundsechzig nicht-orthogonale Raumelemente in der Bundesrepublik kartiert, sagt sie. Erker, Schrägen, Rundungen, Nischen, Fensterbänke mit Neigung über fünf Grad sowie eine bisher nicht klassifizierbare Kategorie, die man intern Sonstiges nenne. Sonstiges, wiederholt der Moderator. Sonstiges.

Wo stehen wir heute, fragt die Ko-Moderatorin in die Runde. Vor einer Welt, die wir besser sehen als je zuvor, sagt Habicht-Niemeyer — das sei ihr persönlicher Eindruck nach vier Wochen intensiver Forschung. Vor vier Wochen habe man den Boden entdeckt, vor drei Wochen die Decke, vor zwei die Wand, vor vier Tagen das Nicht-Rechteckige. Man habe in vier Wochen das gelernt, wofür Aristoteles drei Jahrtausende gebraucht hätte. Aristoteles hatte nicht unsere Förderstruktur , kommentiert Drosselmeier-Bach.

Wenzel-Pottkämper möchte daran erinnern, dass das, was sie heute Abend hier gemeinsam täten, historisch beispiellos sei. Vier Bundesstellen, an einem Tisch, im Konsens. Im Konsens, wiederholt Habicht-Niemeyer. Trefz-von der Heyden, nach einer Pause, leise: im Konsens. Drosselmeier-Bach: im Konsens.

Die Soziologin möchte heute, mit Verlaub, eine grundsätzliche Beobachtung machen. Bitte, sagt der Theologe. Der Influencer schweigt; er hat ein Tablet auf dem Schoß und scrollt. In vier Wochen habe man vier Behörden gegründet, sagt sie. In vier Wochen habe man jeden Quadratmeter dieses Landes neu vermessen. In vier Wochen habe man mehr kartiert, als man entdeckt habe.

Die Frage ist : sehen wir die Welt — oder sehen wir nur unsere Karten?

Der Theologe, dessen Stimme anders ist als sonst, leiser, ernster, sagt: das, Frau Kollegin, das sei eine gute Frage.

Der Influencer, nach langer Pause: er glaube, er habe in den letzten vier Wochen nichts Wahres gesagt. Doch, sagt die Soziologin leise, fast freundlich. Einmal. Wann, fragt er. Als er gesagt habe, dass manche Menschen horizontaler veranlagt seien. Das sei zwar Unsinn gewesen. Aber er habe es geglaubt. Danke, sagt er.

Klaus heute Morgen, zur Frau: Schatz, wir leben in einer Welt. Und sie habe gesagt: Klaus. Nur das. Klaus. Und dann habe sie ihn angesehen und er sie, und er glaube — seine Augen werden feucht — er glaube, sie hätten sich zum ersten Mal seit langem wirklich gesehen. Danke, BfO.

Die junge Frau habe in den letzten Wochen viele Hashtags benutzt. #deckenwatch. #wandwatch. #spürtihrdas? Aber heute — sie blickt zur Seite, dann nach oben, dann nach unten — heute frage sie sich, was sie denn eigentlich gewatcht habe. Nicht die Decke. Nicht die Wand. Sie glaube, sie habe sich gewatcht. Beim Watchen.

Der Geschäftsmann hat die Taskforce diese Woche aufgelöst. Erste Modelle deuteten darauf hin — er blickt auf seine Hände — dass der Markt vielleicht nie der Punkt gewesen sei.

Eine letzte Frage an Trefz-von der Heyden, was als Nächstes komme. Sie wolle eine ehrliche Antwort geben. Vier Bundesstellen. Siebenhundertvierundsechzig nicht-orthogonale Raumelemente kartiert. Eine nationale Raumrichtungskarte. Ein Konsens. Aber eine Frage habe man übersehen. Welche? Man habe sich gefragt, wo der Boden sei. Wo die Decke. Wo die Wand. Wo das Schräge. Man habe alles verortet.

Aber wir haben uns nicht gefragt, wer das alles sieht.

Der Moderator wiederholt sehr leise: wer. Trefz-von der Heyden: wer. Habicht-Niemeyer, nach langer Pause, kaum hörbar: das wäre… eine fünfte Behörde. Wenzel-Pottkämper scharf: nein. Das wäre keine Behörde.

Die Ko-Moderatorin in die Kamera, sehr leise: meine Damen und Herren. Bleiben Sie dran. Bei sich.

Ende der Leseprobe · Phase I von fünf
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Bastian Brexner · 2026 · Wahr ist, was trägt.