Heureka Trilogie II

Ein Auszug aus Heureka Trilogie II.
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Andy & Die Philosophen
KAPITEL 1: DIE FRAGE
Andy erwachte, und die Frage war da.
Er blieb liegen, bis der Wecker zum zweiten Mal klingelte. In der Küche machte er Kaffee und Toast; dann stand er mit der Tasse vor der offenen Schublade und wusste nicht mehr, was er gesucht hatte. Das Brot sprang hoch. Er ließ es im Toaster.
Warum eigentlich.
Auf der Fahrt zur Arbeit konnte er sich wenigstens an die Ampeln halten. Bei Thadeus warteten die Reports. Software, Zahlenkolonnen, ein Fenster, vor dem Thadeus telefonierte. Er hielt die freie Hand auf, ohne Andy anzusehen.
„Die Reports. Heute noch.“
Andy nickte. Acht Stunden später war er zu Hause und ging an seiner Wohnungstür vorbei in den Keller.
Dort hatte er über Monate Bauteile gestapelt, die er aus der Firma mitgenommen hatte: Kabel, Magneten, ausgemusterte Komponenten und ein paar, die keineswegs ausgemustert waren. Auf der Werkbank blieb kaum Platz für den Pizzakarton. Er behauptete vor sich selbst, an einer Idee zu arbeiten. Wenn er erklären sollte, welcher, kam er nicht weit.
Er schrieb auf die Tafel, rechnete, wischte die Hälfte wieder weg. Abends fand er Kreidestaub in den Hosentaschen. Oben blieb der Toast liegen, unten wurde die Pizza kalt.
Nach drei Tagen nahm er noch ein Stück aus dem Karton. Der Rand brach beim Hineinbeißen. Andy kaute, sah auf die Tafel und warf den Rest gegen die Wand.
Das Stück zog einen Bogen. Kurz vor der Tafel schien es seitwärts zu rutschen, obwohl dort nichts war, an dem es hätte abgleiten können. Für einen Augenblick hing es fest, dann klatschte es auf die beschriebene Fläche. Käse zog sich über zwei Formeln, der Belag rutschte weiter.
Andy trat näher. Er betrachtete die Spur, hielt den Kopf schief und nahm die Kreide. Am Rand der Verschmierung schrieb er:
Ω → Z → T → F → Ω’
Er prüfte den Ansatz bis weit nach Mitternacht. Die Pizza blieb hängen. Jedes Mal, wenn er etwas darunter ausbesserte, stieß er mit dem Ärmel dagegen.
Drei Wochen später stand der Ring im Keller. Zwischen den Magneten liefen Drähte zu einer Steuerung, für die Andy ein Gehäuse aus der Firma benutzt hatte. Er hatte Lötstellen erneuert, Teile vertauscht und manches noch einmal gebaut, weil er die erste Ausführung selbst nicht mehr verstand.
Als er den Ring einschaltete, summte die Anlage zunächst wie ein schlecht befestigter Lüfter. Das Geräusch wurde tiefer. Die Kreide rollte von der Ablage.
Andy trat hinein. Vor ihm verschob sich die Kante der Tafel; ein Stück des Raumes schien nicht mehr zu dem Rest zu passen. Er griff nach dem Ring und trat wieder heraus. Das Summen ließ nach.
Er schaltete ab und hob die Kreide auf. Eine Weile saß er damit auf der Kellertreppe. Dann ging er zur Tafel zurück und ließ unter der Formel Platz.
Wohin?