Zugstark Bastian Brexner
Erstausgabe

Zugstark

Was bleibt, wenn das Richtige geht.

Autor Bastian Brexner
Jahr 2026
Format 12 × 19 cm · Hardcover
ISBN [folgt]

Ein Septemberabend. Ein Leuchtturm. Ein Bus der Verspätung hat. Zwei Menschen die sich nicht kennen und schweigen weil das Schweigen das Richtige ist. Zugstark erzählt von dem was bleibt — nicht als Verlust, sondern als Tatsache.

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Das Wasser macht sein Geräusch.
Das kein Wort hat.

Zugstark · Kapitel 0
Kapitel 0 · Der Leuchtturm · Vor allem

Es ist ein Septemberabend.

Das Wetter hat den ganzen Tag nicht gewusst was es will — Regen, dann Sonne, dann Wind, dann wieder Regen, und jetzt, kurz vor acht, ist es einfach grau und still und die Luft riecht nach dem was kommt, nicht nach dem was war.

Sie steht am Leuchtturm weil der Bus zwanzig Minuten Verspätung hat und der Leuchtturm der einzige Ort ist der nicht nach gestrigem Regen riecht.

Er steht am Leuchtturm weil er immer hier steht wenn er nicht weiß wo sonst.

Sie kennen sich nicht.

Sie stehen nebeneinander und schauen aufs Wasser und sagen nichts.

Das Wasser macht sein Geräusch.

Er sagt irgendwann: der Bus hat Verspätung.

Sie sagt: ich weiß.
Er sagt: zwanzig Minuten mindestens.
Sie sagt: ich weiß.
Er sagt nichts mehr.
Sie auch nicht.
Das Wasser macht sein Geräusch.

Nach einer Weile dreht sie sich um und schaut ihn an. Nicht lange. Nur so — die Art wie man jemanden anschaut wenn man wissen will ob er das ist was er scheint.

Er schaut zurück.

Er hat dunkle Augen. Ruhige Augen. Augen die nicht fragen aber auch nicht wegsehen.

Sie dreht sich wieder zum Wasser.

Paul

Er weiß es auf dem Bus schon.

Nicht was daraus wird — das weiß niemand, das ist keine Vorhersage, das ist kein Versprechen das man sich selbst gibt. Nur: etwas. Da ist etwas. Und sie kennt das Geräusch auch — das hat er gesehen als er das Fenster geöffnet hat. Die Art wie sie nicht reagiert hat. Die Art wie Nicht-Reagieren manchmal mehr sagt als alles andere.

Er kennt das.
Er ist damit aufgewachsen.

Manche Dinge muss man nicht benennen damit sie wahr sind.

Sie steigen an verschiedenen Haltestellen aus.

Sie sagt: tschüs.
Er sagt: tschüs.
Das ist alles.
Aber er dreht sich noch einmal um.
Sie auch.

Das ist keine Verabredung. Das ist kein Versprechen. Das ist nur: beide wissen. Beide drehen sich um. Beide. Aber nicht mehr wie vorher.

Der Bus fährt weiter.

Was daraus wird ist eine Geschichte die nicht diese Geschichte ist.

Und der Funke.
Der Funke der nicht fragt ob er darf.
Der einfach da ist.
Weil er immer da war.

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