Die Grenze lässt sich nicht ziehen
Berg, Baum, Raum und Wasser erscheinen in je drei Zuständen. Gegenständliche Welt und sichtbare Malerei teilen dieselbe Bildfläche. Ihre Differenz bleibt wahrnehmbar; eine feste Grenze lässt sich nicht ziehen.
Berg
Der Fels trägt Gewicht, Kante und Ferne. Im zweiten Bild wird der Grat zur unsicheren Schwelle zwischen Gebirge und Farbfeld. Im dritten bleiben Berg, Nebel, Papier und Tusche ohne feste Grenzlinie.
Baum
Der Baum beginnt als körperlicher Stamm mit aufbrechender Krone. Danach steht der verwundete Körper in einem Raum, der weder Landschaft noch bloße Malerei ist. Die Kiefer setzt sich im Nebel als Möglichkeit fort.
Raum
Möbel, Licht und Wand halten zunächst einen bewohnbaren Innenraum. Dann greifen Gegenstand und Farbmaterie ineinander. Im letzten Blatt zieht sich der Raum zurück, ohne seine Anwesenheit aufzugeben.
Wasser
Spiegelung, Tiefe und Ufer erscheinen zunächst als klare Welt. Im zweiten Bild wird der Fluss selbst zum Farbzug. Das letzte Blatt lässt Strömung und Weißraum dieselbe Bewegung tragen.
Das Papier folgt dem Werk.
Das Papier folgt dem Bild. Papier, Format und Rahmung werden erst nach werkbezogenem Andruck verbindlich gesetzt.